Es gibt verschiedene Steuern — auf Einkommen, Einkäufe oder Unternehmen.
Wem gehört der Spielplatz?
Du gehst gern auf den Spielplatz. Die Schaukel ist dort, die Rutsche, der Sand. Aber wer hat das alles gebaut? Und wer repariert es, wenn etwas kaputtgeht?
Das macht die Stadt. Und sie braucht dafür Geld.
Woher kommt das Geld?
Alle Erwachsenen, die arbeiten, geben von ihrem Geld einen kleinen Teil an den Staat ab. Der Staat sammelt das Geld von vielen Menschen. Dieses gesammelte Geld nennt man Steuern.
Stell dir einen großen Topf vor. Viele legen ein bisschen hinein, und aus diesem Topf wird für alle etwas bezahlt.
Wofür braucht man Steuern?
Schulen, damit du lesen und rechnen lernst
Straßen und Radwege
Spielplätze und Parks
Feuerwehr und Polizei
Krankenhäuser und Ärzte
Das alles gehört nicht nur einem einzelnen Menschen, sondern uns allen zusammen. Darum bezahlen es auch alle zusammen.
Zahlst du auch schon Steuern?
Ja, ein bisschen. Wenn du ein Spielzeug kaufst, steckt im Preis ein kleiner Teil Steuer, die der Laden an den Staat weitergibt. Das siehst du nicht, aber es passiert jedes Mal.
Merksatz
Steuern ist Geld, das alle zusammen an den Staat geben, damit er Schulen, Straßen und vieles mehr bezahlen kann.
Kurz-Quiz
Wofür werden Steuern unter anderem gebraucht?
Was sind Steuern?
Steuern sind Geld, das Bürgerinnen und Bürger und Firmen an den Staat zahlen müssen. Es ist Pflicht und kein Geschenk. Dafür gibt es Gesetze. Mit dem Geld bezahlt der Staat Dinge, die für alle da sind.
Manches davon kann man nicht allein bezahlen oder gar nicht privat anbieten. Niemand baut für sich allein eine Autobahn oder unterhält eine Feuerwehr. Deshalb legen alle zusammen.
Wer bekommt die Steuern?
Es gibt drei Ebenen: den Bund (ganz Deutschland), die Länder (zum Beispiel Bayern oder Sachsen) und die Gemeinden (deine Stadt oder dein Dorf). Jede Ebene hat Aufgaben und bekommt dafür einen Teil.
Welche Steuern gibt es?
Einkommensteuer / Lohnsteuer: wird vom Arbeitslohn abgezogen. Wer mehr verdient, zahlt mehr.
Mehrwertsteuer: steckt in fast jedem Preis im Laden.
Grundsteuer: zahlen Besitzer von Grundstücken und Häusern an die Gemeinde.
Kfz-Steuer: für Autos.
Tabaksteuer, Kaffeesteuer und weitere für bestimmte Waren.
Mini-FAQ
Müssen Kinder Steuern zahlen?
Fast jede Person zahlt beim Einkaufen Mehrwertsteuer, auch du. Einkommensteuer zahlen Kinder normalerweise nicht, weil sie kein Gehalt bekommen.
Wer kontrolliert das?
Das Finanzamt. Jeder Mensch in Deutschland hat eine eigene Steuer-Identifikationsnummer, und viele Erwachsene müssen einmal im Jahr eine Steuererklärung abgeben.
Was passiert, wenn man keine Steuern zahlt?
Das ist verboten. Wer es trotzdem tut, muss nachzahlen und kann hohe Strafen bekommen.
Kurz-Quiz
Was ist die Mehrwertsteuer?
Was sind Steuern?
Steuern sind Geldleistungen, die der Staat von Menschen und Unternehmen verlangt, ohne dass man dafür eine ganz bestimmte Gegenleistung bekommt. Das unterscheidet sie von Gebühren und Beiträgen:
Gebühr: Du zahlst für eine Leistung, die du selbst nutzt (zum Beispiel für einen neuen Personalausweis).
Beitrag: Du zahlst dafür, dass du etwas nutzen kannst, auch wenn du es nicht immer tust (zum Beispiel Rundfunkbeitrag).
Steuer: Du zahlst in den gemeinsamen Topf. Aus ihm bezahlt der Staat alles, was der Gemeinschaft dient.
Wozu braucht der Staat Steuern?
Viele Dinge sind öffentliche Güter: Alle profitieren, und man kann niemanden leicht ausschließen. Wer zahlt Straßenbeleuchtung oder Landesverteidigung? Ohne Steuern würden viele sagen: „Sollen doch die anderen zahlen.“ Deshalb gibt es Steuerpflicht für alle.
Ausgleich schaffen: Wer sehr wenig verdient, bekommt Unterstützung, und wer viel verdient, trägt mehr
Verhalten lenken: Auf Tabak und Alkohol gibt es hohe Steuern, damit weniger davon konsumiert wird
Die wichtigsten Steuerarten
Lohnsteuer / Einkommensteuer: auf das Einkommen. Bei Angestellten wird sie direkt vom Gehalt abgezogen.
Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer): 19 % auf die meisten Waren, 7 % zum Beispiel auf Lebensmittel und Bücher
Verbrauchsteuern: auf bestimmte Waren wie Benzin, Tabak oder Kaffee
Grundsteuer: auf Grundbesitz
Gewerbesteuer: von Unternehmen an die Gemeinde
Wer mehr verdient, zahlt anteilig mehr
Die Einkommensteuer ist progressiv: Der Steuersatz steigt, je höher das Einkommen ist. Auf einen Grundbetrag, der zum Leben nötig ist (Grundfreibetrag, mehr als 12.000 € im Jahr), zahlt man gar keine Steuern. Wer nur ein bisschen verdient, zahlt wenig oder nichts. Das gilt zum Beispiel auch für viele Schüler mit einem Ferienjob.
Wohin gehen die Steuern?
Ein sehr großer Teil fließt in Soziales (Rente, Unterstützung, Kindergeld), danach in Bildung, Verkehr, Verteidigung und Verwaltung. Wie viel wohin, entscheiden Parlamente in den Haushaltsplänen. Darüber wird oft politisch gestritten. Das gehört zur Demokratie.
Kurz-Quiz
Was bedeutet es, dass die Einkommensteuer progressiv ist?
Worum es geht
Steuern sind Pflichtzahlungen an den Staat. Du bekommst dafür keine direkte Rechnung („du zahlst 50 € und bekommst genau dieses eine Ding“). Das Geld fließt in den gemeinsamen Topf. Das steht so im Gesetz - unter anderem in der Abgabenordnung, dem Regelwerk für Steuern in Deutschland.
Steuern haben drei Aufgaben:
Geld für den Staat - Schulen, Straßen, Sicherheit, Verwaltung und vieles mehr finanzieren.
Ausgleich - große Unterschiede bei Einkommen und Vermögen abmildern.
Lenkung - Anreize setzen, zum Beispiel hohe Steuern auf Tabak oder Energie, damit weniger davon verbraucht wird.
Direkte und indirekte Steuern
Direkte Steuern zahlt die Person oder Firma selbst, zum Beispiel Einkommensteuer (auf dein Gehalt), Körperschaftsteuer (auf den Gewinn von Kapitalgesellschaften wie einer GmbH) oder Erbschaftsteuer.
Indirekte Steuern führt oft eine Firma ab, gibt sie aber über den Preis weiter - zum Beispiel Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) oder Energiesteuer.
Wer die Steuer an das Finanzamt überweist, ist also nicht immer der, den sie wirklich belastet. Rechnet die Firma die Steuer in den Preis ein, trägst am Ende du als Kundin oder Kunde. Das nennt man Steuerüberwälzung.
Wer mehr kann, soll mehr zahlen
Der Grundgedanke heißt Leistungsfähigkeitsprinzip: Wer mehr tragen kann, soll mehr zahlen. Bei der Einkommensteuer setzt Deutschland das mit einem progressiven Tarif um - „progressiv“ heißt: Der Steuersatz steigt mit dem Einkommen.
Zwei Sätze, die oft verwechselt werden:
Durchschnittssteuersatz - Anteil der gesamten Steuer am gesamten Einkommen. „Wie viel Prozent meines ganzen Jahresverdienstes gehen an Steuern?“
Grenzsteuersatz - Steuersatz auf den nächsten verdienten Euro. „Wie stark wird der nächste Euro belastet?“
Ein häufiger Irrtum: „Bei einer Gehaltserhöhung bleibt weniger übrig als vorher.“ Das stimmt nicht. Nur der zusätzliche Betrag wird höher besteuert. Netto - also nach Steuern - bleibt immer mehr als zuvor.
Steuern im Staatshaushalt
Die wichtigsten Einnahmen des Bundes sind Umsatzsteuer und Lohn- bzw. Einkommensteuer. Die Steuerquote zeigt, welcher Anteil der gesamten Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP: der Wert aller Güter und Dienstleistungen eines Jahres) - als Steuer eingenommen wird. Rechnet man die Beiträge zur Sozialversicherung dazu (Rente, Krankenversicherung und so weiter), spricht man von der Abgabenquote.
Wie das Geld verteilt wird, entscheidet die Politik im Haushalt. Mehr Steuern können mehr öffentliche Leistungen bedeuten - aber auch weniger Netto im Geldbeutel. Was man für richtig hält, ist eine politische Frage.
Hinterziehen und Vermeiden
Steuerhinterziehung ist illegal: Einkommen verschweigen oder falsche Angaben machen.
Steuervermeidung nutzt legale Möglichkeiten, zum Beispiel Freibeträge oder Beträge, die man von der Steuer absetzen darf.
Jeder Mensch mit Einkommen bekommt eine Steuer-Identifikationsnummer. Über die Steuererklärung rechnet das Finanzamt genau ab. Viele Arbeitnehmer bekommen zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück.