Kreditwürdigkeit, Laufzeit und Zinssatz entscheiden, wie teuer und riskant ein Kredit ist.
Wenn das Geld gerade nicht reicht
Tom möchte ein neues Fahrrad. Es kostet 200 €, aber er hat erst 50 €. Was jetzt?
Er könnte warten und lange sparen. Oder er könnte sich das fehlende Geld leihen, das Fahrrad gleich kaufen und das Geld später zurückzahlen.
Was ist ein Kredit?
Ein Kredit ist geliehenes Geld. Du bekommst es jetzt und gibst es später wieder her. Meistens leihen sich Erwachsene Geld von einer Bank.
Das Wort kommt vom lateinischen „credere“, das heißt vertrauen. Die Bank vertraut darauf, dass du dein Geld zurückzahlst.
Es kostet etwas Extra
Wer sich Geld leiht, bekommt es nicht umsonst. Er muss am Ende etwas mehr zurückgeben, als er bekommen hat. Das Extra heißt Zinsen. Es ist das Dankeschön an die Bank, weil sie das Geld verleiht.
Ganz wichtig
Geliehenes Geld gehört dir nicht. Du musst es immer zurückgeben, auch wenn du es schon ausgegeben hast. Deshalb leiht man sich nur etwas, wenn man sicher ist, dass man es zurückzahlen kann.
Merksatz
Ein Kredit ist geliehenes Geld. Du bekommst es jetzt, zahlst es später zurück und gibst meistens ein bisschen mehr zurück.
Kurz-Quiz
Was musst du bei einem Kredit tun?
Was ist ein Kredit?
Ein Kredit ist ein Vertrag, in dem jemand Geld leiht und verspricht, es in einer festgelegten Zeit zurückzuzahlen. Wer das Geld leiht, ist der Kreditnehmer. Wer es verleiht, ist der Kreditgeber, meistens eine Bank.
Warum leiht man sich Geld?
Manche Dinge sind so teuer, dass man sie nicht einfach aus dem Taschengeld oder dem Monatslohn bezahlen kann:
ein Haus oder eine Wohnung
ein Auto
eine Ausbildung oder ein Studium
eine Werkstatt, ein Geschäft oder eine Firma
Die Bank gibt das Geld sofort. Der Kunde zahlt es nach und nach in Raten zurück, zum Beispiel jeden Monat.
Was kostet ein Kredit?
Zum geliehenen Betrag kommen Zinsen dazu. Die Bank bekommt sie dafür, dass sie ihr Geld hergibt und das Risiko trägt, dass es vielleicht nicht zurückkommt. Je länger man zurückzahlt, desto mehr Zinsen fallen an.
Probiere es aus
Stelle ein, wie viel du dir leihst und über wie viele Monate du zurückzahlst. Schau dir an, was der Kredit am Ende kostet.
Kredit-Beispiel
Du leihst dir Geld und zahlst es in Raten zurück — plus einen Aufschlag (hier vereinfacht 10 %).
Aufschlag: 6 €
Gesamt zurück: 66 €
Ungefähr pro Monat: 11 €
Du siehst: Der Aufschlag ist das, was der Kredit kostet. Je mehr Monate du dir Zeit nimmst, desto kleiner wird die einzelne Rate. In diesem Rechner ist der Aufschlag zur Vereinfachung immer gleich hoch. In echten Krediten gilt: Je länger die Laufzeit, desto mehr Zinsen kommen zusammen.
Was heißt Sicherheit?
Für große Kredite verlangt die Bank oft eine Sicherheit. Beim Hauskauf ist das zum Beispiel das Haus selbst. Wenn jemand nicht mehr zahlen kann, darf die Bank das Haus verkaufen, um ihr Geld wiederzubekommen.
Mini-FAQ
Dürfen Kinder einen Kredit aufnehmen?
Nein. Dafür muss man volljährig sein, also mindestens 18 Jahre alt.
Was passiert, wenn jemand nicht zurückzahlen kann?
Dann gibt es Mahnungen, und es kann teuer werden. Im schlimmsten Fall verliert man die Sicherheit, zum Beispiel das Haus. Deshalb prüft die Bank vorher genau, ob jemand zahlen kann.
Ist ein Kredit immer schlecht?
Nein. Er kann sinnvoll sein, etwa für eine Wohnung oder eine Ausbildung. Man sollte ihn nur nicht aus Lust und Laune aufnehmen.
Kurz-Quiz
Wie nennt man den Preis, den man für einen Kredit zahlt?
Was ist ein Kredit?
Ein Kredit ist ein Darlehen: Eine Bank oder eine andere Stelle (Kreditgeber) überlässt einer Person oder Firma (Kreditnehmer) einen Geldbetrag. Der Kreditnehmer zahlt ihn in vereinbarten Raten plus Zinsen zurück. Das Wort „Kredit“ stammt vom lateinischen „credere“ und heißt „glauben“ oder „vertrauen“.
Die wichtigsten Begriffe
Darlehen: der geliehene Betrag
Laufzeit: wie lange man zurückzahlt
Rate: der Betrag, den man regelmäßig zahlt, meist monatlich
Tilgung: der Teil der Rate, mit dem man die eigentliche Schuld verkleinert
Zinsen: der Preis fürs Leihen
Sicherheit: etwas, das die Bank im Notfall verwerten darf (zum Beispiel eine Immobilie)
Jede Rate besteht aus Tilgung und Zinsen. Am Anfang ist der Zinsanteil höher, weil die Schuld noch groß ist. Mit jeder Rate sinkt die Schuld, und damit auch der Zinsanteil.
Der Rechner nutzt einen festen Aufschlag und zeigt dir vor allem, wie sich die Rate mit der Laufzeit verändert:
Kredit-Beispiel
Du leihst dir Geld und zahlst es in Raten zurück — plus einen Aufschlag (hier vereinfacht 10 %).
Aufschlag: 6 €
Gesamt zurück: 66 €
Ungefähr pro Monat: 11 €
Kreditarten
Ratenkredit: fester Betrag, feste Rate, feste Laufzeit, zum Beispiel für ein Auto
Baufinanzierung: großer Kredit für Haus oder Wohnung, oft mit 10 bis 30 Jahren Laufzeit
Dispokredit: Das ist das „Minus“ auf dem Girokonto. Es ist bequem, aber meist sehr teuer.
Studienkredit oder Ausbildungskredit: für die Lebenshaltungskosten in dieser Zeit
Worauf achten Banken?
Die Bank prüft vor der Zusage die Bonität, also ob jemand voraussichtlich zahlen kann. Sie schaut auf Einkommen, Ausgaben und bisherige Kredite. In Deutschland gibt die SCHUFA Auskunft darüber, ob jemand früher pünktlich bezahlt hat. Wer nicht pünktlich zahlt, bekommt später schlechter einen Kredit.
Wann ist ein Kredit sinnvoll?
Ein Kredit kann sinnvoll sein, wenn man damit etwas bekommt, das lange nützt oder später Einnahmen bringt: ein Haus, in dem man wohnt, eine Ausbildung, eine Maschine für die eigene Firma. Für schnellen Konsum, wie ein neues Handy oder Klamotten, ist er meist keine gute Idee, denn die Zinsen machen alles teurer.
Kurz-Quiz
Was ist die Tilgung?
Worum es geht
Mit einem Kredit bekommst du Geld jetzt und zahlst es später zurück - plus Zinsen als Preis dafür. Du tauschst also Verfügbarkeit heute gegen Zahlungen in der Zukunft.
Für die Bank ist der Kredit ein Geschäft: Sie verdient an den Zinsen. Dafür trägt sie das Ausfallrisiko - das Risiko, dass du nicht zurückzahlst.
Kredit ist weder automatisch gut noch schlecht. Entscheidend ist, wofür das Geld da ist und ob die Rückzahlung sicher machbar bleibt.
Zwei grobe Arten
Konsumkredit: Du finanzierst Dinge, die du verbrauchst oder die an Wert verlieren - Urlaub, Smartphone, Klamotten. Die Zinsen sind reine Mehrkosten.
Investitionskredit: Du finanzierst etwas, das später Einnahmen oder Nutzen bringen kann - Ausbildung, Maschine, Wohnung. Der Kredit kann sich lohnen, wenn der Nutzen höher ist als die Kosten. Sicher ist das nie.
Rate, Tilgung und Gesamtkosten
Die monatliche Rate besteht aus zwei Teilen:
Tilgung - der Teil, der die eigentliche Schuld verkleinert.
Zinsen - der Preis fürs Leihen.
Bei einem Annuitätendarlehen bleibt die Rate gleich („Annuität“ meint hier: gleichbleibende Zahlung). Weil die Restschuld sinkt, wird der Tilgungsanteil von Monat zu Monat größer und der Zinsanteil kleiner.
Drei Zahlen solltest du immer vergleichen:
Nominalzins - der Satz im Vertrag, die Zahl auf dem Papier.
Effektivzins - enthält Gebühren und die Art der Zinsberechnung. Nur er macht Angebote fair vergleichbar.
Gesamtkosten - alle Raten zusammen minus den geliehenen Betrag. Das ist, was dich der Kredit wirklich kostet.
Kredit-Beispiel
Du leihst dir Geld und zahlst es in Raten zurück — plus einen Aufschlag (hier vereinfacht 10 %).
Aufschlag: 6 €
Gesamt zurück: 66 €
Ungefähr pro Monat: 11 €
Der Rechner ist stark vereinfacht: Er nimmt einen festen Aufschlag. Echte Kredite rechnen mit dem Zinssatz auf die Restschuld. Das Prinzip gilt trotzdem: Mehr Zeit bedeutet kleinere Raten, aber höhere Gesamtkosten.
Dispo: teures Minus auf dem Konto
Der Dispokredit (kurz Dispo) ist ein Rahmen, den die Bank auf dem Girokonto einräumt - du darfst „ins Minus“ gehen. Er kostet oft 10 bis 15 % Zinsen im Jahr und eignet sich nur für kurze Engpässe. Ein dauerhaftes Minus ist eine der teuersten Arten, sich Geld zu leihen.
Bonität, SCHUFA und Überschuldung
Die Bank prüft die Bonität - also die Kreditwürdigkeit: Einkommen, laufende Ausgaben, bisheriges Zahlverhalten. Die SCHUFA speichert Daten über Kredite und Verträge. Ein guter Wert dort senkt oft die Zinsen.
Überschuldung heißt: Jemand kann dauerhaft nicht mehr alle Zahlungen leisten. Beratungsstellen helfen dann kostenlos. Die Verbraucherinsolvenz ist ein gesetzliches Verfahren, das nach Regeln zu einem finanziellen Neuanfang führen kann - sie ist kein schneller Ausweg, sondern ein letzter Schritt.
Rechte, die du kennen solltest
Bei Verbraucherkrediten gilt in der EU ein Widerrufsrecht von 14 Tagen: Du kannst den Vertrag in dieser Frist ohne Angabe von Gründen rückgängig machen. Die Bank muss vorher klar über Effektivzins, Laufzeit und Gesamtkosten informieren.
Wer früher zurückzahlen will, darf das meist. Die Bank kann dafür aber eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen - also einen Ausgleich dafür, dass sie die erwarteten Zinsen nicht mehr bekommt.
Kurz-Quiz
Warum steigen die Gesamtkosten, wenn man die Laufzeit eines Kredits verlängert?