Banken nehmen Geld entgegen und verleihen es weiter — mit Regeln und Aufsicht.
Wohin mit dem Geld?
Mia hat zum Geburtstag 20 € von Oma bekommen. Das ist viel Geld! Ihr Sparschwein ist aber schon fast voll. Und wenn jemand ins Zimmer kommt und das Schwein mitnimmt?
Mias Mama sagt: „Wir können das Geld auch zur Bank bringen.“
Was ist eine Bank?
Eine Bank ist ein Haus, in dem Geld gut aufgehoben ist. Die Leute dort passen darauf auf - viel besser als ein Kinderzimmer-Regal.
In der Bank hat jeder Mensch ein Konto. Ein Konto ist wie ein Fach mit deinem Namen drauf. Darin steht auf einem Zettel, wie viel Geld dir gehört. Das Geld bleibt dein Geld, auch wenn du es nicht in der Hand hältst.
Was kann man bei der Bank machen?
Geld hinbringen und aufheben lassen
Geld abholen, wenn man es braucht
mit einer Karte bezahlen, ohne Scheine zu tragen
Erwachsene können sich Geld leihen - und zahlen es später zurück
Ein Geheimnis der Bank
Die Bank lässt dein Geld nicht einfach im Dunkeln liegen. Sie leiht einen Teil davon an andere Menschen, die gerade etwas brauchen. Dafür bekommt sie ein Dankeschön. Von diesem Dankeschön gibt sie dir manchmal ein kleines Stück ab.
Merksatz
Eine Bank passt auf dein Geld auf - und auf deinem Konto steht, was dir gehört.
Kurz-Quiz
Wo steht bei der Bank, wie viel Geld dir gehört?
Was ist eine Bank?
Eine Bank ist ein Unternehmen, das mit Geld arbeitet. Sie hat drei Hauptaufgaben: Sie bewahrt Geld auf, sie hilft beim Bezahlen und sie verleiht Geld an andere.
Das Konto
Wer zur Bank geht, eröffnet ein Konto. Das ist eine Art Buch, in dem die Bank aufschreibt, wie viel Geld dir gehört. Heute passiert das auf Computern, nicht mehr auf Papier.
Es gibt zwei wichtige Kontoarten:
Das Girokonto ist zum Bezahlen da. Hier kommt zum Beispiel das Gehalt deiner Eltern an, und hier gehen Miete und Rechnungen ab.
Das Sparkonto ist zum Aufheben da. Das Geld liegt dort länger, und die Bank zahlt dafür oft Zinsen, also ein bisschen Extra-Geld.
Auf dem Kontoauszug siehst du jede Bewegung: Was ist hereingekommen? Was ist abgegangen? Wie viel ist jetzt noch da?
Bezahlen ohne Scheine
Wenn du mit einer Karte bezahlst, wandert kein Geldschein von Hand zu Hand. Die Bank zieht den Betrag von deinem Konto ab und schreibt ihn dem Konto des Ladens gut. Das nennt man Überweisung oder Kartenzahlung. Beide Konten stehen nur auf dem Computer, und trotzdem ist das Geld echt.
Wie verdient die Bank Geld?
Die Bank leiht einen Teil der Einlagen an Menschen und Firmen weiter, die einen Kredit brauchen. Dafür verlangt sie Zinsen. Sie verlangt vom Kreditnehmer mehr Zinsen, als sie den Sparern zahlt. Der Unterschied ist ihr Verdienst, und davon bezahlt sie Mitarbeiter, Gebäude und Computer.
Mini-FAQ
Was passiert, wenn die Bank pleitegeht?
In Deutschland und der EU ist Guthaben bis 100.000 € pro Person und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Du bekommst dein Geld dann zurück.
Kann jeder ein Konto haben?
Ja, auch Kinder. Bis zum 18. Geburtstag brauchen sie aber die Zustimmung der Eltern, und das Konto hat meist Regeln, damit man es nicht überzieht.
Kostet ein Konto Geld?
Manche ja, manche nicht. Für Kinder und Jugendliche sind Konten oft kostenlos.
Kurz-Quiz
Was passiert, wenn du im Laden mit Karte bezahlst?
Was ist eine Bank?
Eine Bank ist ein Unternehmen, das Geld entgegennimmt, verwaltet und weitergibt. Man nennt sie auch Kreditinstitut. Banken sind eine Art Schaltstelle der Wirtschaft: Fast jede Zahlung, die du kennst, läuft irgendwo über eine Bank.
Die drei Aufgaben einer Bank
Verwahren: Du bringst Geld zur Bank, und sie schreibt es auf deinem Konto gut. Dein Geld ist dort sicherer als unter dem Kopfkissen.
Zahlungen abwickeln: Überweisung, Dauerauftrag, Lastschrift, Kartenzahlung, Online-Banking. Die Bank bucht Beträge von einem Konto auf ein anderes.
Kredite vergeben: Die Bank verleiht Geld an Menschen und Firmen, die es gerade brauchen, zum Beispiel für ein Haus, ein Auto oder eine Werkstatt.
Wie verdient eine Bank?
Banken zahlen auf Guthaben oft wenig oder gar keine Zinsen (Habenzins). Für Kredite verlangen sie deutlich mehr (Sollzins). Die Zinsmarge, also der Abstand zwischen beiden, ist ihr wichtigster Verdienst. Dazu kommen Gebühren, etwa für bestimmte Konten oder Kreditkarten.
Verschiedene Arten von Banken
Sparkassen gehören meist der Stadt oder dem Landkreis und sind vor Ort bekannt.
Genossenschaftsbanken (Volksbank, Raiffeisenbank) gehören ihren Kunden, die Mitglieder werden können.
Privatbanken und Direktbanken gehören Unternehmen und arbeiten oft nur online.
Die Zentralbank (in der Eurozone die EZB) ist die „Bank der Banken“. Sie versorgt das System mit Geld und legt den Leitzins fest. Normale Kunden haben dort kein Konto.
Warum Banken Vertrauen brauchen
Weil die Bank dein Geld verleiht, liegt nicht alles davon bar im Tresor. Das geht gut, solange nicht alle auf einmal ihr Geld abholen wollen. Wenn viele Kunden gleichzeitig Angst bekommen und alles abheben wollen, spricht man von einem Bank-Run. Damit das möglichst nie passiert, gibt es die Einlagensicherung: Bis 100.000 € pro Kunde und Bank sind in der EU gesetzlich geschützt. Zusätzlich kontrolliert die Bankenaufsicht (in Deutschland die BaFin), ob Banken genug eigenes Geld als Puffer haben.
Sicher im Online-Banking
PIN und TAN gehören niemandem außer dir. Keine Bank fragt dich per E-Mail, SMS oder Telefon danach.
Vorsicht bei Links in Nachrichten, die angeblich von deiner Bank stammen. Das nennt man Phishing (Datendiebstahl per gefälschter Nachricht).
Wenn dir etwas komisch vorkommt, rufe die Bank selbst an, mit der Nummer von der Karte oder der Webseite.
Kurz-Quiz
Wie verdient eine Bank vor allem Geld?
Worum es geht
Eine Geschäftsbank - also eine normale Bank für Privatleute und Firmen - ist ein Vermittler. Auf der einen Seite stehen Menschen, die Geld anlegen. Auf der anderen Seite stehen Menschen und Firmen, die Geld leihen wollen.
Ohne Bank müsste jeder Sparer selbst einen Kreditnehmer finden, ihn prüfen und das Risiko tragen, dass das Geld nicht zurückkommt. Die Bank übernimmt diese Arbeit und bündelt viele kleine Beträge zu großen Krediten.
Dabei leistet sie drei Dinge:
Viele kleine Beträge → ein großer Kredit. Tausende Sparkonten werden zum Beispiel zu einem Hauskredit. Fachleute nennen das Losgrößentransformation - „Losgröße“ meint die Größe des Pakets.
Kurzfristig verfügbar → langfristig verliehen. Du kannst dein Girogeld oft sofort abheben. Ein Hauskredit läuft aber 20 Jahre. Das nennt man Fristentransformation - die Bank wandelt kurze Fristen in lange um.
Risiko wird gestreut. Du trägst nicht das Risiko eines einzelnen Kreditnehmers. Die Bank prüft die Bonität - also die Kreditwürdigkeit - und verteilt das Risiko auf viele Kredite. Das heißt Risikotransformation.
Wie entsteht Buchgeld?
Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schreibt sie dem Kunden den Betrag auf dem Konto gut. Dieses Giralgeld (auch Buchgeld) entsteht dabei neu als Zahl im System. Die Bank muss also nicht erst Münzen anderer Kunden „abholen“, um den Kredit zu vergeben.
Frei ist sie trotzdem nicht. Grenzen setzen unter anderem:
die Nachfrage nach Krediten,
Regeln, wie viel Eigenkapital - also eigenes Geld der Bank als Puffer - sie haben muss,
die Mindestreserve: Im Euroraum muss die Bank einen kleinen Teil bestimmter Einlagen (aktuell 1 %) bei der Zentralbank parken,
und die Kosten, wenn sich die Bank selbst Geld beschafft. Das nennt man Refinanzierung.
Wird der Kredit zurückgezahlt, verschwindet dieses Buchgeld wieder. Wie viel Geld in der Wirtschaft unterwegs ist, hängt also eng mit Krediten zusammen.
Bilanz in Kurzform
Eine Bilanz ist die Übersicht: Was besitzt die Bank - und womit ist sie finanziert?
Aktiva (was die Bank besitzt)
Kredite an Kunden
Guthaben bei der Zentralbank
Wertpapiere
Passiva (womit sie finanziert ist)
Kundeneinlagen (Girokonto, Sparkonto)
Eigenkapital
Eigene Anleihen
Das Eigenkapital ist der Puffer. Verluste aus ausgefallenen Krediten fressen zuerst ihn auf, bevor Kundeneinlagen bedroht wären.
Wie verdient die Bank?
Der wichtigste Verdienst ist der Zinsüberschuss: Die Bank bekommt aus Krediten mehr Zinsen, als sie für Einlagen und eigene Schulden zahlt. Dazu kommen Gebühren - zum Beispiel für Konten, Zahlungen oder Vermittlung.
Steigen die Leitzinsen der Zentralbank, verändern sich beide Seiten - aber oft nicht gleichzeitig und nicht gleich stark. Deshalb schwanken Bankgewinne mit dem Zinsumfeld.
Risiken und Absicherung
Weil kurzfristige Einlagen langfristig verliehen werden, braucht jede Bank Vertrauen. Wollen plötzlich sehr viele Kunden ihr ganzes Geld abheben, spricht man von einem Bank-Run. Selbst eine gesunde Bank kann dann in Not geraten: Das verliehene Geld kommt nicht über Nacht zurück.
Dagegen helfen mehrere Schutzschichten:
Einlagensicherung: Gesetzlich sind 100.000 € pro Person und Bank geschützt. Zusätzlich gibt es Sicherungssysteme der Bankengruppen.
Regeln für Eigenkapital und Liquidität: Liquidität heißt hier: genug Geld, um kurzfristig Zahlungen leisten zu können. International gelten dafür gemeinsame Standards.
Aufsicht: In Deutschland prüfen BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) und Bundesbank. Große Banken im Euroraum überwacht zusätzlich die EZB (Europäische Zentralbank).
Zentralbank als Nothelfer: Wenn eine Bank kurzfristig flüssiges Geld braucht, kann die Zentralbank als letzter Kreditgeber einspringen - unter strengen Bedingungen.
Die Finanzkrise 2008 zeigte, dass die damaligen Regeln nicht reichten. Seitdem müssen Banken deutlich mehr Eigenkapital vorhalten.