Zum Inhalt
POTENZIAL Wissen fürs Leben

Was bedeutet Risiko beim Investieren?

Risiko beim Investieren: Schwankungen, Verluste und Unsicherheit - einfach erklärt für Kinder und Jugendliche von 5 bis 17.

Für welches Alter?

Nominal100 €gleichReal~97 €Kaufkraft

Verlustmöglichkeit.

Risiko ist die Chance auf Abweichung vom Plan — bis hin zu dauerhaften Verlusten.

Risiko ist mehr als „Kurse schwanken“

In der Finanzwelt bedeutet Risiko: Das tatsächliche Ergebnis kann vom erwarteten abweichen, nach oben und nach unten. Für Anleger zählt vor allem die Gefahr nach unten: Verlust. Wer investiert, trägt immer Risiko. Die Frage ist nur, welches und wie viel.

Die wichtigsten Risikoarten

  1. Marktrisiko: Der gesamte Markt fällt, etwa bei einer Wirtschaftskrise. Dann sinken fast alle Aktien zugleich.
  2. Einzelrisiko: Ein einzelnes Unternehmen hat Probleme, etwa wegen eines Skandals. Das lässt sich durch Streuung stark verringern.
  3. Ausfallrisiko: Ein Schuldner (Firma, Staat) zahlt nicht zurück. Betrifft vor allem Anleihen.
  4. Zinsrisiko: Steigen die Marktzinsen, sinken die Kurse bereits ausgegebener Anleihen.
  5. Inflationsrisiko: Die Rendite reicht nicht, um die Preissteigerung auszugleichen.
  6. Währungsrisiko: Wer in anderer Währung anlegt, kann durch Wechselkurse verlieren oder gewinnen.
  7. Liquiditätsrisiko: Man kann die Anlage nicht schnell oder nur mit hohem Abschlag verkaufen.

Wie stark können Kurse fallen?

Auch breit gestreute Aktienanlagen können kräftig fallen. In der Finanzkrise 2008 verloren die großen Aktienindizes im Jahresverlauf grob ein Drittel bis 40 % an Wert. Im Corona-Crash im Frühjahr 2020 fiel der deutsche Aktienindex DAX innerhalb weniger Wochen um mehr als ein Drittel. Er erholte sich dann überraschend schnell. Nach anderen Krisen dauerte die Erholung Jahre.

Streuung testen

Hier siehst du, wie sich das Risiko verändert, wenn man mehrere Anlagen statt einer einzigen hat:

Ein Korb oder viele?

Alle Eier in einen Korb — oder aufteilen? Tippe auf „Etwas geht schief“.

Übrig: 100 % — noch alles da.

Risiko und Zeit

Je länger man Geld anlegen kann, desto eher lassen sich Schwankungen aussitzen. Das gilt aber nicht sicher: Es gab Zeiträume von zehn oder mehr Jahren, in denen Aktien kaum oder gar nicht gestiegen sind.

Mini-FAQ

  • Ist ein Verlust auf dem Papier ein echter Verlust? Erst wenn du verkaufst, wird er endgültig. Bis dahin ist er ein Buchverlust. Aber nur wer abwarten kann, hat diese Wahl.

  • Wer schützt mich vor Verlusten? Niemand. Es gibt Einlagensicherung für Bankguthaben, aber nicht für Kursverluste bei Wertpapieren.

  • Wie finde ich heraus, wie viel Risiko zu mir passt? Frag dich: Wie würde ich reagieren, wenn mein Depot um 30 % fiele? Wenn die Antwort „ich würde alles verkaufen“ lautet, ist das Risiko zu hoch.

Kurz-Quiz

Welches Risiko lässt sich durch Streuung auf viele Unternehmen am stärksten verringern?