Rendite misst Kursgewinne, Zinsen oder Dividenden — oft jährlich in Prozent.
Wie viel ist dazugekommen?
Stell dir vor, du pflanzt einen kleinen Baum. Nach einem Jahr ist er größer geworden. Du kannst messen: Wie viel ist er gewachsen?
Bei Geld gibt es etwas Ähnliches. Das nennt man Rendite. Rendite zeigt, wie viel mehr oder weniger Geld nach einer Zeit da ist.
Ein Beispiel mit Äpfeln
Du hast 10 Äpfel. Nach einem Jahr hast du 11 Äpfel. Du hast also 1 Apfel mehr bekommen. Das ist ein Gewinn.
Hast du nach einem Jahr nur 9 Äpfel, fehlt ein Apfel. Das ist ein Verlust.
Und bei Geld?
Erwachsene legen Geld an. Nach einem Jahr schauen sie nach: Ist es mehr geworden oder weniger? Diesen Unterschied sagt man oft in Prozent. Prozent ist wie ein Maß: Man sagt, wie viel von 100 dazukommt oder fehlt.
Wichtig
Rendite kann auch minus sein. Niemand weiß vorher, wie viel es wird.
Merksatz
Rendite zeigt, wie viel Geld durch eine Anlage dazugekommen ist oder gefehlt hat.
Kurz-Quiz
Du hast 10 Äpfel und nach einem Jahr 9. Was ist das?
Was ist Rendite?
Rendite ist der Gewinn oder Verlust einer Geldanlage, meistens in Prozent. Sie sagt: Wie viel hat die Anlage im Verhältnis zum Einsatz gebracht?
Prozent verstehen
1 Prozent ist ein Hundertstel. Bei 100 € sind 1 % genau 1 €. Bei 8 % sind es 8 €.
Beispiel: Gewinn
Du legst 100 € an. Nach einem Jahr ist die Anlage 108 € wert. Der Gewinn beträgt 8 €. Die Rendite beträgt 8 %.
Beispiel: Verlust
Du legst 100 € an. Nach einem Jahr sind es nur noch 90 €. Das sind 10 € weniger. Die Rendite beträgt minus 10 %.
Rendite gibt es nur im Rückblick
Wenn Erwachsene sagen „die Rendite war 6 %“, meinen sie, was bereits passiert ist. Was in Zukunft kommt, kann niemand genau wissen. Auch wenn eine Anlage zehn Jahre gut lief, ist das keine Garantie für die nächsten Jahre.
Die Rendite pro Jahr
Rendite wird meist pro Jahr angegeben, damit man Anlagen vergleichen kann. 8 % in einem Jahr ist etwas anderes als 8 % in zehn Jahren.
Mini-FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Rendite?
Zinsen sind ein vereinbarter Betrag, zum Beispiel auf dem Sparkonto. Rendite ist das Gesamtergebnis, auch wenn der Preis steigt oder fällt.
Ist höhere Rendite immer besser?
Nein. Wer hohe Renditen verspricht, hat oft hohe Risiken. Das lernst du im Artikel zu Risiko und Rendite.
Kann die Rendite negativ sein?
Ja. Dann ist weniger Geld da als am Anfang.
Kurz-Quiz
100 € werden zu 105 €. Wie hoch ist die Rendite?
Definition
Rendite ist der Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Betrag in einem bestimmten Zeitraum. Sie fasst Kursgewinne, Zinsen und Dividenden zusammen und wird meist in Prozent pro Jahr angegeben.
Die Formel
Rendite in % = (Endwert plus Erträge minus Anfangswert) geteilt durch Anfangswert mal 100
Beispiele
Nicht nur Zahlen: Verluste und Erholung
Ein Verlust von 50 % wird nur durch einen Gewinn von 100 % wieder ausgeglichen. Denn aus 100 € werden 50 €, und um wieder auf 100 € zu kommen, müssen die 50 € verdoppelt werden. Das zeigt, warum große Verluste so schwer wiegen.
Rendite und Zeit
Eine Rendite von 30 % klingt gut. Kam sie in 10 Jahren zusammen, sind das aber nur rund 2,7 % pro Jahr. Wer Anlagen vergleicht, muss immer auf den gleichen Zeitraum achten.
Nominal und real
Die angegebene (nominale) Rendite sagt nichts über die Kaufkraft. Liegt die Rendite bei 4 % und die Inflation bei 2 %, bleiben real etwa 2 % übrig. Auch Kosten und Steuern verringern die Rendite.
Rendite ist keine Zusage
Werbung zeigt gern die besten Jahre. Seriös ist eine Aussage nur, wenn sie lange Zeiträume zeigt und Schwankungen nennt. „Bis zu 10 % Rendite“ heißt nicht, dass man sie bekommt.
Mini-FAQ
Was ist die Durchschnittsrendite?
Ein Mittelwert über viele Jahre. In einzelnen Jahren kann die Rendite stark abweichen, auch weit ins Minus.
Warum sind Renditeversprechen verdächtig?
Weil keiner die Zukunft kennt. Garantien über der Marktrendite sind meist ein Hinweis auf Betrug oder ein verstecktes hohes Risiko.
Kurz-Quiz
Eine Anlage verliert 50 %. Wie viel Gewinn braucht sie, um wieder beim Ausgangswert zu sein?
Was Rendite misst
Rendite beantwortet eine Frage: Wie viel hast du verdient - oder verloren - im Verhältnis zu dem Geld, das du eingesetzt hast? Sie wird in Prozent angegeben, nicht in Euro. 10 € Gewinn sind bei 100 € Einsatz viel. Bei 10.000 € Einsatz sind sie fast nichts.
Das Wort kommt in mehreren Varianten vor. Die wichtigsten:
Gesamtrendite: Alles zusammen - die Wertänderung plus das, was zwischendurch ausgezahlt wurde. Bei Aktien sind das Dividenden, also Gewinnanteile der Firma. Bei Anleihen sind es Zinsen.
Jährliche Rendite: Der Durchschnitt pro Jahr. So kannst du eine Anlage über 3 Jahre mit einer über 10 Jahre vergleichen.
Nominale und reale Rendite: Nominal ist die Zahl, wie sie dasteht. Real ist die Zahl nach Abzug der Inflation - also des allgemeinen Preisanstiegs. Real zeigt, was du dir wirklich mehr kaufen kannst.
Brutto und netto: Brutto ist vor Kosten und Steuern, netto danach. Netto ist das, was bei dir ankommt.
Erwartete und tatsächliche Rendite: Die erwartete ist eine Annahme für die Zukunft. Die tatsächliche kennst du erst hinterher.
Beispiel: Du legst 100 € an. Nach einem Jahr sind es 106 €, und du hast 2 € Dividende bekommen. Rechnung: (106 + 2 - 100) / 100 = 0,08. Das sind 8 %.
Jetzt wird es etwas kniffliger. Aus 100 € werden in 5 Jahren 150 €. Die jährliche Rendite ist nicht 10 % (also 50 % geteilt durch 5). Warum nicht? Weil jedes Jahr auf einem Betrag wächst, der schon gewachsen ist. Die richtige Antwort ist etwa 8,4 % pro Jahr. Denn 1,084 fünfmal mit sich selbst malgenommen ergibt ungefähr 1,5.
Warum +50 % und -50 % nicht null ergeben
Ein typischer Denkfehler: Eine Anlage steigt im ersten Jahr um 50 % und fällt im zweiten um 50 %. Viele denken: Das gleicht sich aus. Stimmt nicht.
Aus 100 € werden erst 150 €. Dann fällt dieser Betrag um die Hälfte - auf 75 €. Du bist im Minus, und zwar etwa -13 % pro Jahr. Die Regel dahinter: Je stärker eine Anlage schwankt, desto mehr frisst das Auf und Ab von deinem Ergebnis.
Real und netto
Rendite zum Ausprobieren
Hier siehst du, wie sich dieselbe Rendite über die Zeit auswirkt. Wenn Erträge im Depot bleiben und selbst wieder Erträge bringen, nennt man das Zinseszins. Dann wächst der Betrag immer schneller - aber nur, wenn die Rendite auch wirklich so eintritt.
Zins-Rechner
Zinsen werden jedes Jahr auf den neuen Betrag berechnet (Zinseszins).
Nach 3 Jahren: 116 € (davon Zinsen: 16 €)
Was die Zahl nicht sagt
Nichts über das Risiko: Zwei Anlagen mit 6 % Rendite können völlig unterschiedlich stark schwanken.
Startpunkt und Zeitraum verzerren: Wer kurz vor einer Krise eingestiegen ist, hat ganz andere Zahlen als jemand, der kurz danach begann.
Schlechte Fonds verschwinden: Fonds, die schlecht liefen, werden oft geschlossen. Dann fehlen sie in den Statistiken, und die Durchschnitte sehen besser aus, als sie waren.
Die Vergangenheit ist kein Versprechen: Das steht in jeder Produktbeschreibung - und wird trotzdem oft ignoriert.
Mini-FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Rendite und Zins?
Der Zins ist ein vorher vereinbarter Preis für geliehenes Geld. Die Rendite ist das tatsächliche Gesamtergebnis - inklusive aller Wertänderungen.
Wie realistisch sind „7 % pro Jahr“ am Aktienmarkt?
Über sehr lange Zeiträume lagen weltweite Aktien im Schnitt ungefähr in diesem Bereich - vor Inflation. Einzelne Zehnjahreszeiträume lagen deutlich darunter. Niemand kann garantieren, dass die Zukunft ähnlich verläuft.
Warum zählen Kosten so stark?
Weil sie jedes Jahr anfallen, egal ob die Anlage steigt oder fällt. Und weil das Geld, das sie dir wegnehmen, danach auch keine Erträge mehr bringt.
Kurz-Quiz
Ein Fonds steigt um 50 % und fällt im Folgejahr um 50 %. Was stimmt?